Blogbeitrag: FAGE Weiterbildungen: HF oder BMS

FaGe-Weiterbildung: HF oder BMS als nächster Schritt?

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Nach dem FaGe-Abschluss stellt sich die Frage: Wie weiter? Es gibt viele Wege, die gut überlegt sein wollen. HF, FH oder doch eine Weiterbildung? Wichtig ist, was zu den persönlichen Stärken und Zielen passt.

Dieser Beitrag entstand ursprünglich Juli 205 in Zusammenarbeit mit Julia Stahel vom biz Oerlikon und wurde im Juli 2026 überarbeitet.

Viele FaGe-Absolvent:innen fragen sich nach dem EFZ-Abschluss: Wie soll es weitergehen? Zur Auswahl stehen verschiedene Wege – etwa die Berufsmaturität (BMS) mit einem späteren Fachhochschul-Studium (FH), ein Bildungsgang an einer Höheren Fachschule (HF), kürzere Weiterbildungen und Seminare oder die Tätigkeit als Fachperson. Nicht jeder Weg passt zu jeder Person. Darum lohnt es sich, die Möglichkeiten genau anzuschauen und herauszufinden, welcher Bildungsweg zu den eigenen Interessen, Stärken und beruflichen Zielen passt.

Im Gespräch mit Julia Stahel, Laufbahnberaterin für Gesundheitsberufe des biz Oerlikon, zeigen wir auf, worin sich die HF und FH unterscheiden und warum es sich bei der Weiterbildung als FaGe lohnt, beide Wege sorgfältig zu prüfen.

Der Berufswunsch als Entscheidungsgrundlage für den nächsten Schritt

«Im Gesundheitswesen gibt der angestrebte Beruf häufig vor, welche Ausbildung überhaupt nötig ist», erklärt Julia Stahel. Während Berufe wie Hebamme, Ergotherapeut:in oder Ernährungsberater:in zwingend ein FH-Studium erfordern, ist die Ausbildung zur Fachperson für Operationstechnik ausschliesslich über eine HF zugänglich. In der Pflege hingegen stehen beide Wege offen – HF Pflege und Bachelor Pflege an der FH – was den Entscheid nicht leichter macht, aber mehr Spielraum eröffnet. Wer den eigenen Berufswunsch kennt, kann laut Stahel die Weiterbildung als FaGe gezielter planen: «Oft gibt es eben keine Wahlfreiheit zwischen HF und FH – manchmal ist der Beruf der Wegweiser.»

Welche Weiterbildungen gibt es nach der FaGe-Ausbildung?

Nach dem FaGe-EFZ stehen Ihnen unterschiedliche Bildungswege offen. Je nach Berufsziel können Sie eine Höhere Fachschule oder Fachhochschule besuchen, eine Berufsprüfung oder Höhere Fachprüfung absolvieren oder sich mit Kursen und Fachweiterbildungen gezielt spezialisieren.

Welcher Weg passt, hängt vor allem davon ab, welche Aufgaben Sie künftig übernehmen möchten, wie praxisnah Sie lernen wollen und welcher Abschluss für Ihren Wunschberuf erforderlich ist. In diesem Beitrag konzentrieren wir uns auf die häufige Frage, ob eine Höhere Fachschule oder der Weg über die BMS an eine Fachhochschule besser passt.

BMS – ja oder nein?

Die Berufsmaturität ermöglicht grundsätzlich den Zugang zur Fachhochschule. Viele beginnen die BMS, weil sie dem Beispiel von Mitlernenden folgen oder «es halt einfach dazugehört». Dabei eignet sich dieser Weg insbesondere für Personen, die Freude am theoretischen Lernen haben (auch Mathematik, Geschichte, Sprachen) oder solche, die später in Berufen tätig sein möchten, die einen Bachelor- oder Masterabschluss voraussetzen – etwa als Advanced Practice Nurse (APN) oder Ernährungsberater:in.

Weniger passend ist die BMS für jene, die sich schwer tun mit rein schulischem Lernen oder einen Berufswunsch verfolgen, der über ein HF-Studium erreicht wird. Gut zu Wissen: Wenn man eine abgeschlossene HF hat, kann man sich auch später noch für ein FH-Studium entscheiden. Mit einem HF-Abschluss ist der Weg genauso offen wie mit einer Berufsmatura.

Die Berufsberaterin rät zur ehrlichen Auseinandersetzung mit den eigenen Lernvorlieben – und dazu, sich bewusst Zeit zu nehmen: «Viele Lernende unterschätzen, wie hilfreich es sein kann, sich nach dem EFZ-Abschluss zuerst etwas Berufserfahrung zu gönnen. Es gibt keinen Grund, alles sofort entscheiden zu müssen.»

Was ist der Unterschied zwischen HF und FH?

Der grösste Unterschied beider FaGe-Weiterbildungen liegt im Verhältnis zwischen Theorie und Praxis. Während rund die Hälfte der Ausbildung in der HF im Praxisalltag erfolgt, liegt der Fokus in der FH deutlich stärker auf der Theorie. FH-Studierende absolvieren während des Studiums zwar mehrere Praktika, verfügen jedoch nicht über ein fixes Einkommen. Der damit verbundene Lohnverzicht ist eine nicht zu unterschätzende Investition. Dank der Pflegeinitiative ist je nach Wohnkanton und Alter jedoch eine finanzielle Unterstützung für Pflege studierende Fachfrauen und Fachmänner Gesundheit möglich.

Diese Unterschiede zwischen HF und FH führen auch zu unterschiedlichen Lernerfahrungen: «In der HF erlebt man Kontinuität im Arbeitsumfeld, ist Teil eines Betriebs und übernimmt früh Verantwortung. Wer hingegen zuerst theoretische Grundlagen aufbauen und danach in verschiedene Praxiseinsätze hineinschnuppern möchte, ist an der FH besser aufgehoben.»

HF oder FH in der Pflege? Die Unterschiede kompakt im Überblick

Merkmal Höhere Fachschule (HF) Fachhochschule (FH)
Praxisanteil ca. 50% ca. 30%
Theorieanteil ca. 50% ca. 70%
Anstellung Fest im Betrieb, mit Lohn Drei Praktika während des Studiums
Kosten Kanton trägt i.d.R. die Kosten Ab CHF 720 pro Semester (staatlich)
Voraussetzung EFZ (FaGe) EFZ (FaGe) + Berufsmatur
Dauer 3 Jahre Vollzeit, Verkürzung auf 2 Jahre nach Absprache mit Betrieb 3 Jahre Vollzeit
Mögliche Weiterentwicklung Spezialisierungen, Fachverantwortung, Führung, Lehre, Praxisentwicklung etc. Fachverantwortung, Führung, Lehre, im Ausland eher anerkannt, mit Master: Forschung, Spezialisierungen wie Advanced Practice Nurse etc.
Typische Profile Lernt gerne praxisnah Wissenschaftlich Interessierte

Vorteile der HF als FaGe aus Sicht der Berufsberatung

Die HF für FaGe wird von Julia Stahel als «oft unterschätzte, aber sehr solide Anschlusslösung» beschrieben. Sie ermöglicht nicht nur eine direkte Karrieremöglichkeit im Gesundheitswesen auf der tertiären Bildungsstufe, sondern ist auch besonders praxisnah: «Viele machen mit Anfang 20 bereits ihren HF-Abschluss und übernehmen Verantwortung im Betrieb – das schafft Selbstvertrauen und Perspektive.»

Darüber hinaus bietet sich nach der HF eine breite Palette an Weiterbildungen für heutige FaGe – vom CAS (Certificate of Advanced Studies) über Nachdiplomstudiengänge (NDS) bis hin zum späteren FH-Studium. Laut Stahel ist das besonders attraktiv für Personen, die sich schrittweise weiterentwickeln möchten, statt alles in einem grossen Sprung zu absolvieren.

Wann das FH-Studium die bessere Wahl ist

Für bestimmte Berufsziele, wie etwa die Tätigkeit als Advanced Practice Nurse oder die Ausbildung zum Ergotherapeuten, führt laut Stahel kein Weg an der FH oder einem Masterbschluss vorbei.

Auch wer sich für Forschung, Lehre oder wissenschaftliches Arbeiten interessiert, findet in der FH die passendere Weiterbildung als FaGe. Nicht zuletzt ist die Fachhochschule für Personen mit Auslandambitionen oft Voraussetzung, da etwa englischsprachige Länder oft den FH-Bachelor als Standard verlangen. «Die FH richtet sich an Menschen, die Dinge hinterfragen, Theorie und Tiefgang mögen sowie Freude am analytischen Arbeiten haben», fasst Stahel zusammen.

Entscheidungshilfe: Empfehlungen der Berufsberatung

In der Berufsberatung zeigt sich oft: Die besten Entscheidungen entstehen durch Austausch, Reflexion und konkrete Einblicke. Julia Stahel empfiehlt Fachfrauen und Fachmännern Gesundheit, frühzeitig Gespräche mit Ausbildungsverantwortlichen, Fachpersonen oder ehemaligen HF- und FH-Absolvent:innen zu führen. Zusätzlich können Infoveranstaltungen, Berufsberatungen (bis zum 20. Lebensjahr oder bis zum Ende der Lehre sogar gratis), «student for a day» oder kurze Schnuppereinsätze helfen, ein realistisches Bild zu erhalten.

«Es lohnt sich, auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Nur weil einige im Umfeld die BMS machen, muss das nicht die passende Lösung für einen selbst sein.» Julia Stahel, Berufsberaterin

Fazit: Jeder Weg ist individuell – und das ist gut so

Für FaGe ist die Wahl zwischen einer Weiterbildung an einer HF oder FH keine Frage des «höher hinaus», sondern des persönlichen Profils und der beruflichen Zielsetzung. Beide Weiterbildungen im Gesundheitswesen führen zu anerkannten Abschlüssen, beide eröffnen Entwicklungsmöglichkeiten – aber auf unterschiedlichen Wegen.

Das Careum bietet für jedes Bedürfnis ein passendes Bildungsangebot:

Häufige Fragen zu FaGe-Weiterbildungen, HF, FH und BMS

  • Was ist der Unterschied zwischen HF und FH in der Pflege?

    Die HF ist stärker praxis- und berufsorientiert, während die FH einen höheren Anteil an wissenschaftlichen und theoretischen Inhalten aufweist. Beide Wege führen in den Pflegeberuf, unterscheiden sich aber bei Zulassung, Lernform, Praxisorganisation und späteren Entwicklungsmöglichkeiten. Höhere Fachschulen sind grundsätzlich praxisorientiert und qualifizieren für selbstständige Fach- und Führungsverantwortung.

  • Lohnt sich die BMS als FaGe?

    Die BMS lohnt sich insbesondere, wenn Sie später an einer Fachhochschule studieren möchten oder Freude an allgemeinbildenden und theoretischen Fächern haben. Ist Ihr Wunschberuf direkt über eine Höhere Fachschule zugänglich und möchten Sie stark praxisbezogen lernen, kann die HF der passendere Weg sein.

  • Wie viel verdient man als Pflegefachperson HF im Vergleich zu einer FaGe?

    Diplomierte Pflegefachpersonen HF übernehmen umfassendere Fachverantwortung und werden deshalb in der Regel höher eingestuft als Fachpersonen Gesundheit EFZ. Der konkrete Lohn hängt jedoch stark von Arbeitgeber, Region, Erfahrung, Funktion, Pensum und Zulagen ab.

  • Erhalte ich während der HF Pflege einen Lohn?

    Je nach Ausbildungsmodell sind Studierende der HF Pflege bei einem Praxisbetrieb angestellt und erhalten einen Ausbildungslohn. Die Höhe wird vom jeweiligen Betrieb festgelegt. Zusätzlich können Studierende unter bestimmten Voraussetzungen Förderbeiträge der Pflegeinitiative beantragen. Im Kanton Zürich werden diese Beiträge unabhängig vom Praktikums- beziehungsweise Ausbildungslohn ausgerichtet und dienen der Sicherung des Lebensunterhalts.

  • Kann ich nach der HF noch an einer Fachhochschule studieren?

    Ja, nach einem HF-Abschluss ist ein späteres Studium an einer Fachhochschule grundsätzlich möglich. Die konkreten Zulassungsbedingungen und mögliche Anrechnungen unterscheiden sich jedoch je nach Fachhochschule und Studiengang und sollten direkt beim jeweiligen Anbieter geprüft werden.

Teilen Sie uns gern Ihren Weg in den Kommentaren!

Wir sind gespannt auf Ihre Erfahrungen! Welchen Weg haben Sie nach dem FaGe-Abschluss gewählt oder was würden Sie empfehlen? Teilen Sie Ihre Gedanken und helfen Sie anderen, ihren Weg zu finden.

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