Florian Fehlmann

«Unsere Hochschule kann auf ein enormes Netzwerk zurückgreifen»

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Florian Fehlmann arbeitet neu als Studiengangsleiter im Bereich Kardiologie und Cardiovascular Perfusion an der Careum Hochschule Gesundheit. Gemeinsam mit Expert:innen aus Praxis und Forschung entwickelt er unsere Studiengänge weiter. Er weiss, wo die Herausforderungen liegen und wie man die Studierenden am besten auf die Zukunft vorbereitet.

 

Ständige Weiterbildung ist von entscheidender Bedeutung, insbesondere wenn es um die optimale Versorgung und professionelle Betreuung von Patient;innen geht. Die Weiterbildung in Kardiologie und Cardiovascular Perfusion bietet die Möglichkeit, Kompetenzen in den Bereichen Herzkatheterlabor, Rhythmologie, interventionelles Monitoring und Hybrid-OP zu erwerben.

Florian Fehlmann leitet seit Mai 2024 den Weiterbildungsbereich in der interventionellen Kardiologie an der Careum Hochschule Gesundheit. Er ist mit viel Freude bei uns gestartet. Selber kennt er die Careum Hochschule aus eigener Erfahrung: als Student des Bachelor of Science in Nursing


Lieber Florian, Du bist neuer Co-Studiengangsleiter im Studiengang «Cardiovascular Perfusion» und leitest den «CAS in Cardiology Intervention Care & Hybrid-OP-Technik». Wie möchtest Du Deine Studiengänge mit Deiner Fachexpertise gestalten?

Florian Fehlmann: «Die Kardiologie und Herzchirurgie, allgemein die interventionellen Bereiche, entwickeln sich rasant. KardiotechnikerInnen und Pflegefachpersonen können und sollen diese Entwicklungen mitprägen. Dafür brauchen sie Wissen und Instrumente, welche sie entsprechend befähigen. Ich möchte die Studiengänge nicht im Alleingang entwickeln. Vielmehr sehe ich mich als Teamplayer, welcher gemeinsam mit den Experten aus Praxis und Forschung die aktuellen Entwicklungen kontinuierlich in die Studiengänge integrieren will. Meine Expertise in beiden Bereichen stammt vor allem aus der klinischen Erfahrung. Mir ist bewusst, wie schwierig das Schnittstellenmanagement ist. Vertieftes sowie spezialisiertes Wissen ist für unsere Studierenden unerlässlich, um erfolgreich an diesen Schnittstellen arbeiten zu können. Hier möchte ich meine Akzente setzen.»

Florian, Du hast selber bei uns studiert. Offensichtlich hat es Dir so gut gefallen, dass Du Dich für unsere Hochschule engagieren willst. Kannst Du etwas über Deinen Werdegang erzählen?

Florian Fehlmann: «Absolut. Die Careum Hochschule mag klein sein. Sie kann aber auf ein enormes Netzwerk zurückgreifen. Hier wird exzellente Forschung und Lehre mit einem persönlichen «Touch» betrieben. Entsprechend freue ich mich, zukünftig meinen Beitrag zu leisten. Mein Werdegang ist ein klassisches Beispiel für die Durchlässigkeit der schweizerischen Bildungslandschaft. Nach meinem Diplom der höheren Fachschule in Pflege (damals noch DNII), habe ich ein Nachdiplomstudium in Anästhesiepflege absolviert. Dieses eröffnete mir den Zugang zu einem Weiterbildungsstudiengang an einer Fachhochschule, welches wiederum mein Interesse an einer akademischen Laufbahn weckte. Entsprechend folgte dann relativ spät der Bachelor of Science in Nursing an der Careum Hochschule Gesundheit. Zuletzt studierte ich Pflege an der University of Essex, wo ich auch meinen Master of Science in Nursing abgeschlossen habe. Während meiner beruflichen Laufbahn absolvierte ich verschiedene Stationen in der Praxis, Führung und Lehre. Nun bin ich seit einigen Jahren als Pflegeexperte APN im Bereich der Thoraxchirurgie und Lungentransplantation klinisch tätig.»

Kardiologische Interventionen

Die Kardiologie und Herzchirurgie entwickeln sich schnell. Bild: depositphotos.

Warum hast Du Dich damals für den Pflegeberuf entschieden? 

Florian Fehlmann: «Weshalb ich mich damals dazu entschieden habe, weiss ich ehrlich gesagt nicht mehr. Vielleicht waren es die tollen Bilder meiner Grossmutter, welche in strenger Tracht als Kinderkrankenschwester im Kanton Aargau tätig war. Als ich dann während dem Eignungspraktikum im Kantonsspital Aarau kollabiert bin, habe ich mich gefragt, ob das wirklich was für mich ist. 21 Jahre später, bin ich überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war. Auch wenn wir uns heute in verschiedenen und teilweise schwierigen Spannungsfeldern bewegen. Der Pflegeberuf bietet einen sinnvollen Einstieg in die Berufswelt und schier unendliche Entwicklungsmöglichkeiten. Wenn wir etwas nicht kennen in der Pflege, ist es Langeweile.»

Du lehrst nun an einer Fachhochschule. Warum würdest Du Pflegefachpersonen ans Herz legen, ein Studium zu beginnen?

Florian Fehlmann: «Fachhochschulen verbinden eine wissenschaftlich fundierte, praxisorientierte Lehre mit Forschung aus den jeweiligen Bereichen. Ziel ist es, die Studierenden mit den wissenschaftlichen Methoden auszustatten, die sie in die Lage versetzen, die für sie relevanten Probleme im klinischen Alltag evidenzbasiert anzugehen und zu bewältigen. Ich habe das Umfeld an Hochschulen als «inspirierend» und manchmal etwas verrückter wahrgenommen als während meiner Grundausbildung. Es wird viel Wert darauf gelegt, weiterzudenken und Neues zu probieren. Das aufgebaute Netzwerk aus Kommilitoninnen und Kommilitonen ist extrem wertvoll und bleibt im besten Fall ein Leben lang erhalten.»

Welches sind Deine wichtigsten Ziele, Deine Schwerpunkte? 

Florian Fehlmann: «Wir haben in den beiden Studiengängen ein riesiges Potenzial. Es liegt an uns, dieses Potenzial mit attraktiven Inhalten zu füllen. Ich möchte deshalb die ausgezeichneten Dozenten behalten, ihnen ein gutes Umfeld in der Lehre bieten. Für die Studierenden will ich ein glaubhafter Ansprechpartner sein. Auch will ich im Team neue Lehrmethoden evaluieren und einsetzen. Die technischen Entwicklungen müssen so früh wie möglich auch in die Lehre einfliessen. Das Gesundheitswesen hat hier Nachholbedarf. Wir als Bildungsanbieterin können helfen, diese Lücke zu schliessen.»

Du bist auch noch in der Praxis tätig, als Pflegeexperte. Was machst Du als Ausgleich zu diesen zwei Bereichen, Praxis und Hochschule?

Florian Fehlmann: «Es fällt mir gar nicht so schwierig, einen Ausgleich zu finden. In meiner beruflichen Tätigkeit schwingt viel Leidenschaft mit. Entsprechend hatte ich nie Probleme, abschalten zu können. Nichtsdestotrotz ist natürlich die Balance zwischen Arbeit und Privatem wichtig. Den Ausgleich und neue Ideen finde ich in den Bergen, wo ich meist im Prättigau unterwegs bin. Im Winter auf Skitour oder auf den zahlreichen Pisten und im Sommer auf langen Touren über der Baumgrenze.»

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