Frau mit VR-Brille betrachtet anatomisches Skelett in der Gesundheitsausbildung

Unsere Expert:innen ordnen ein: Virtual Reality in der Gesundheitsausbildung

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Was leisten Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) im Ausbildungsalltag wirklich? An der Careum Hochschule Gesundheit und auf Stufe Höhere Fachschule im Careum Bildungszentrum kommen immersive Technologien bereits zum Einsatz oder werden im Rahmen eines Piloteinsatzes erprobt. Dave Schneider, unser Experte für digitale Transformation, teilt im folgenden Beitrag seine Einschätzung und zeigt, wo VR und AR beim Lernen unterstützen – und wo ihre Grenzen liegen.

Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) verfolgen im Unterricht unterschiedliche Ansätze. In der Virtual Reality bewegen sich Lernende mithilfe einer VR-Brille vollständig in einer computergenerierten Umgebung. Die App-Entwickler sind völlig frei darin, eine Umgebung herzustellen. So kann ein Trainingsszenario in einem OP, im Patientenzimmer oder an einem beliebigen anderen Ort simuliert werden.

Augmented Reality ergänzt die reale Umgebung um digitale Inhalte. Hinweise, Informationen oder 3D-Objekte werden ins Sichtfeld eingeblendet, während die Lernenden weiterhin in der realen Umgebung arbeiten. Dies hat den Vorteil, dass virtuelle Objekte mit der Realität verknüpft werden. Beide Technologien zielen darauf ab, Lernprozesse praxisnäher zu gestalten. Sie setzen jedoch an unterschiedlichen Punkten an und eignen sich je nach Lernsituation für verschiedene didaktische Zwecke.

CareTrain: Augmented Reality im Einsatz in der Gesundheitsausbildung

Ein konkretes Beispiel für den erfolgreichen Einsatz von Augmented Reality in der Gesundheitsausbildung ist CareTrain. Die Anwendung wird seit 2021 an der Careum Hochschule Gesundheit im Modul Clinical Assessment eingesetzt. Sie ermöglicht es Studierenden unter anderem, ein virtuelles Herz auf dem Brustkorb einer anderen Person einzublenden.

Anatomische, physiologische und pathophysiologische Grundlagen lassen sich so direkt am Körper visualisieren und besser verstehen. CareTrain wird begleitend zum Unterricht eingesetzt und ergänzt bestehende Lehr- und Lernformen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass sich Augmented Reality insbesondere für das strukturierte Üben und die anschliessende Reflexion von Handlungssituationen eignet.

CareTrain: Schlagendes Herz in Augmented Reality

Mehr zu CareTrain

Im Video wird das Projekt CareTrain vorgestellt, das Augmented Reality nutzt – präsentiert im Rahmen des Careum Forum 2021.

Anatomietraining mit Virtual Reality

Neben Augmented Reality wird im aktuellen Piloteinsatz auch Virtual Reality erprobt. Ein Anwendungsfeld ist das Anatomietraining, das ebenfalls im Rahmen des Moduls Clinical Assessment stattfindet. In der virtuellen Umgebung können Studierende den menschlichen Körper dreidimensional erkunden, Organe aus verschiedenen Perspektiven betrachten und anatomische Zusammenhänge nachvollziehen. Strukturen lassen sich vergrössern, ausblenden oder schichtweise darstellen, was insbesondere beim Verständnis komplexer Systeme hilfreich ist.

Simulationstraining mit Virtual Reality in der Pflegeausbildung

Im Careum Bildungszentrum wird aktuell ein Pilot zum VR-gestützten Szenariotraining durchgeführt. Die Software Ubisim ermöglicht es, pflegerische Handlungssituationen in einer vollständig virtuellen Umgebung zu simulieren. Die Studierenden durchlaufen dabei Szenarien, treffen Entscheidungen und erleben deren Auswirkungen im weiteren Verlauf der Simulation.

Der Fokus liegt auf dem Üben von Abläufen, der Priorisierung von Handlungsschritten und der Reflexion des eigenen Vorgehens. Die Simulationen sind so aufgebaut, dass sie von einem Team mit mehreren Studierenden mehrfach durchlaufen werden können. Ubisim wird begleitend zum Unterricht eingesetzt und soll den Transfer von theoretischem Wissen in praktische Handlungskompetenz unterstützen.

Nutzen und Grenzen von Virtual und Augmented Reality in der Ausbildung

Virtual und Augmented Reality zeigen ihren Nutzen insbesondere dort, wo Inhalte sonst nur schwer oder gar nicht sichtbar gemacht werden können. Anatomische Strukturen, innere Prozesse oder komplexe Zusammenhänge lassen sich in der virtuellen Umgebung anschaulich darstellen. Das immersive Erleben unterstützt das Verständnis und kann den Lerneffekt verstärken, insbesondere wenn die Anwendung gezielt in den Unterricht eingebettet ist.

Gleichzeitig ist der Einsatz von VR- und AR-Brillen sowie der dazugehörigen Software mit technischem und organisatorischem Aufwand verbunden. Einrichtung, Betreuung und Integration in bestehende Lehrformate benötigen Zeit und Ressourcen. Diese müssen stets gegen den didaktischen Mehrwert abgewogen werden. So können VR und AR eine sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Lehr- und Lernmethoden bilden.

Der aktuelle Piloteinsatz wird voraussichtlich im Sommer 2026 mit einer Evaluation abgeschlossen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen als Grundlage für weitere Projekte dienen und in die Weiterentwicklung des Einsatzes immersiver Technologien an der Careum Hochschule Gesundheit einfliessen.

Diskutieren Sie mit!

  • Welche Erfahrungen haben Sie mit Virtual oder Augmented Reality in der Ausbildung gemacht?
  • Wo sehen Sie den grössten Mehrwert von VR/AR im Lernen – und wo eher Grenzen?
  • In welchen Ausbildungssituationen würden Sie immersive Technologien (nicht) einsetzen – und warum?

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