Menschen mit Adipositas – fachlich verstehen, begleiten, handeln

Kurs: 1 Tag

Wertschätzend begegnen – professionell und bedarfsgerecht begleiten
Adipositas ist ein komplexes, multifaktorielles Geschehen und begegnet Fachpersonen in unterschiedlichen Bereichen des Gesundheits- und Sozialwesens. Biologische, metabolische, hormonelle, psychische, soziale und biografische Faktoren können bei der Entstehung und Aufrechterhaltung zusammenspielen. Auch Medikamente, Ernährungs- und Bewegungsverhalten sowie belastende Lebensereignisse können Einfluss nehmen.

Gleichzeitig erleben Menschen mit Adipositas häufig Gewichtsstigmatisierung – auch im Gesundheitswesen. Stereotype Erklärungsmuster, mangelndes Wissen, ungeeignete Rahmenbedingungen oder negative Haltungen können die Behandlungs- und Betreuungsqualität beeinträchtigen.

Der Kurs vermittelt ein differenziertes Verständnis von Adipositas und beleuchtet das Zusammenspiel körperlicher, psychischer und psychosozialer Einflussfaktoren. Dabei werden unter anderem Stoffwechsel und hormonelle Faktoren, Ernährung und Bewegung, psychische Gesundheit, Medikamenteneinflüsse sowie biografische Belastungen wie ACEs (Adverse Childhood Experiences) betrachtet.

Die Teilnehmenden reflektieren ihre eigene professionelle Haltung und setzen sich mit Gewichtsstigmatisierung und deren Auswirkungen auseinander. Sie lernen Möglichkeiten kennen, Menschen mit Adipositas wertschätzend, ressourcenorientiert und bedarfsgerecht zu begleiten und Veränderungsprozesse gemeinsam mit ihnen zu gestalten. Praxisnahe Instrumente unterstützen den Transfer in unterschiedliche berufliche Settings und die interprofessionelle Zusammenarbeit. Die Perspektive von Menschen mit Adipositas kann ergänzend einbezogen werden.
  • Ziele

    • Die Teilnehmenden verstehen Adipositas als multifaktorielles Geschehen und können biologische, metabolische, hormonelle, psychische, soziale und biografische Einflussfaktoren einordnen.
    • Sie erkennen Wechselwirkungen zwischen psychischer Gesundheit, Medikamenten, Ernährung, Bewegung und Körpergewicht.
    • Sie verstehen mögliche Funktionen von Essen, beispielsweise als Bedürfniserfüllung, Emotionsregulation, Kommunikationsform oder Ritual.
    • Sie erkennen Gewichtsstigmatisierung und reflektieren stereotype Vorstellungen sowie die eigene professionelle Haltung.
    • Sie können Gespräche über Gewicht, Ernährung, Bewegung und Gesundheit wertschätzend und personenzentriert führen.
    • Sie können Veränderungsbereitschaft, Bedürfnisse und Ressourcen gemeinsam mit Patient:innen bzw. Klient:innen erfassen und daraus realistische Handlungsmöglichkeiten ableiten.
    • Sie kennen pflegerische und organisatorische Anforderungen an eine sichere und würdevolle Versorgung von Menschen mit hohem Körpergewicht.
    • Sie übertragen die Erkenntnisse auf das eigene berufliche Setting und die interprofessionelle Zusammenarbeit.
  • Inhalte

    • Adipositas als multifaktorielles Geschehen
    • Biologische, metabolische und hormonelle Einflussfaktoren
    • Ernährung, Bewegung und Gewichtsentwicklung
    • Bedeutung und Funktion von Essen, z. B. Emotionsregulation, Bedürfniserfüllung und Ritual
    • Psychische Gesundheit und Adipositas
    • Medikamente und Gewichtsentwicklung, insbesondere Psychopharmaka
    • Vulnerabilität, biografische Belastungen und ACEs (Adverse Childhood Experiences)
    • Gewichtsstigmatisierung und deren Auswirkungen auf Gesundheit und Versorgung
    • Eigene Haltung, Vorurteile und stereotype Erklärungsmuster reflektieren
    • Wertschätzende und personenzentrierte Kommunikation
    • Veränderungsbereitschaft, Ressourcen und individuelle Bedürfnisse
    • Sichere und würdevolle Versorgung von Menschen mit hohem Körpergewicht
    • Pflegerische Hilfsmittel und praktische Herausforderungen im Versorgungsalltag
    • Interprofessionelle Zusammenarbeit und Transfer in unterschiedliche Versorgungssettings
  • Zielgruppe

    Fachpersonen aus Pflege, Betreuung, Beratung und weiteren Gesundheitsberufen, die Menschen mit Adipositas begleiten – beispielsweise in Akutsomatik, Psychiatrie und Psychosomatik, Rehabilitation, Langzeitpflege oder ambulanten Versorgungssettings u.a.
  • Lehrmethode

    Interaktive Kurzvorträge mit Diskussion
    Situative fachlich-reflektierte Reflexion
    Gruppenübungen im Plenum und in Kleingruppen
  • Dauer

    1 Tag
  • Abschluss

    Kursbestätigung
  • Kosten

    CHF 360.00
    Rabatt CHF 30.- für Kooperationspartner
  • Weitere Infos

    Anmeldeschluss: 4 Wochen vor Kursbeginn
    Kurzfristigere Anmeldungen sind möglich, sofern freie Plätze vorhanden sind.

    Abmelderegelung gemäss AGB: Eine Abmeldung Ihrerseits muss schriftlich erfolgen. Bis 30 Tage vor Beginn der Veranstaltung ist dies ohne Kostenfolge möglich. Danach bleibt die Veranstaltungsgebühr geschuldet.
    Es kann eine Ersatzperson gemeldet werden. Dazu wird eine Umbuchungsgebühr erhoben.

Termine und Anmeldung

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Dozierende

  • Ruth C. Ahrens

    Pflegewissenschaftlerin MScN, Psychosomatik/-therapie, Autorin, Dozentin

Verantwortlich für dieses Angebot

  • Johnsua König

    Johnsua König

    Leiter Bildungsmanagement