Careum Pflegesymposium 2026

Careum Pflegesymposium 2026: Gemeinsam statt einsam – Nähe, die trägt

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«Gemeinsam statt einsam: Nähe, die trägt» - unter diesem Motto widmete sich das Careum Pflegesymposium 2026 den vielfältigen Facetten von Einsamkeit und der Frage, wie Verbundenheit gestärkt werden kann. Über 150 Teilnehmende trafen sich am 9. Juni 2026 im Kongress- und Kulturhaus Aarau, um das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie Nähe, Zugehörigkeit und soziale Teilhabe gefördert werden können.

Nach der Begrüssung durch Johnsua König, Leiter Bildungsmanagement und stellvertretender Geschäftsführer von Careum Weiterbildung, führte die erfahrene Kommunikationsberaterin und ehemalige SRF-Moderatorin Dr. Nicole Frank durch den Tag.

Johnsua König am Pflegesymposium 2026

Johnsua König eröffnet das Pflegesymposium

Einsamkeit in der Pflege: Was schadet und was nutzt?

Den Auftakt machte Prof. Dr. med. Undine Lang, Klinikdirektorin der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel. In ihrem Referat zeigte sie auf, dass Einsamkeit weitreichende Auswirkungen auf die psychische und körperliche Gesundheit haben kann. Gleichzeitig lenkte sie den Blick auf Faktoren, die Menschen stärken und schützen. Soziale Unterstützung, Freundschaften und tragfähige Beziehungen seien zentrale Ressourcen. Ebenso hob sie die Bedeutung von Achtsamkeit, Dankbarkeit, Humor, Bewegung, Schlaf und Naturerlebnissen hervor.


Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, worauf Menschen ihre Aufmerksamkeit richten. Der Blick auf den eigenen Handlungsspielraum und das Beeinflussbare könne helfen, Belastungen besser zu bewältigen und die eigene Resilienz zu stärken. Auch im Pflegealltag sei es wichtig, vorhandene Ressourcen bewusst wahrzunehmen und zu pflegen.


Neben individuellen Ressourcen lenkte sie den Blick auch auf die Bedeutung unterstützender Rahmenbedingungen. Eine gute Fehlerkultur, kollegiale Unterstützung, Teambesprechungen oder Supervision können dazu beitragen, Belastungen frühzeitig aufzufangen und soziale Verbundenheit im Berufsalltag zu stärken.

Prof. Dr. med. Undine Lang beleuchtete die Auswirkungen von Einsamkeit und zeigte auf, welche Faktoren Resilienz und Verbundenheit stärken können.

Prof. Dr. med. Undine Lang beleuchtete die Auswirkungen von Einsamkeit und zeigte auf, welche Faktoren Resilienz und Verbundenheit stärken können.

MusikSpitex: Vorstellung und musikalische Einstimmung

Mit der MusikSpitex erhielt das Symposium bereits am Vormittag einen besonderen musikalischen Akzent. Mirjam Toews, Musikerin, Gründerin und Geschäftsleiterin der MusikSpitex, stellte das Angebot kurz vor, bevor Nejc Grm, Akkordeonist, die Teilnehmenden musikalisch einstimmte.
Die Musik bildete über den gesamten Tag hinweg einen verbindenden Rahmen und schuf immer wieder zauberhafte Momente des Innehaltens.

Einsamkeit in der Pflege: Wenn Nähe belastet

Tanja Ringgenberg, dipl. Pflegefachfrau HF und Coach bei der CoreCare GmbH, beleuchtete Einsamkeit aus der Perspektive von Pflegenden und zeigte auf, wie Verbundenheit sowohl mit sich selbst als auch mit anderen Menschen gestärkt werden kann. Dabei griff sie unter anderem Erkenntnisse aus der Polyvagaltheorie auf und machte deutlich, wie wichtig es ist, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und Signale des Körpers ernst zu nehmen.


Pflegefachpersonen begleiten und unterstützen täglich andere Menschen und tragen dabei grosse Verantwortung. Die eigenen Bedürfnisse geraten dabei oft in den Hintergrund. Gleichzeitig erschweren Glaubenssätze wie «Ich muss stark sein» oder «Ich komme alleine zurecht» den Zugang zu Unterstützung. Belastend kann zudem die Erfahrung sein, zu wissen, was pflegebedürftige Menschen in einer Situation benötigen würden, dies aber aufgrund begrenzter Ressourcen oder Rahmenbedingungen nicht immer umsetzen zu können. Solche Spannungsfelder können zu Erschöpfung führen und das Gefühl verstärken, mit den eigenen Herausforderungen allein zu sein.


Umso wichtiger sei es, gut mit sich selbst in Verbindung zu bleiben und die eigenen Ressourcen wahrzunehmen. Tanja Ringgenberg stellte verschiedene einfache, alltagstaugliche Möglichkeiten vor, um das Wohlbefinden zu fördern und das Nervensystem zu regulieren. Bereits kleine Handlungen wie bewusstes Seufzen, Dehnen, Klopfen, Gurgeln oder Singen können helfen, Anspannung abzubauen. Solche kurzen Momente der Selbstfürsorge lassen sich auch in einen anspruchsvollen Arbeitsalltag integrieren.


Wie Verbundenheit entstehen kann, erlebten die Teilnehmenden unmittelbar selbst: Beim gemeinsamen Singen von «Bruder Jakob» im Kanon wurde spürbar, wie Menschen über gemeinsame Erfahrungen miteinander in Verbindung treten können.

Eine moderierte Reise – Handlungsspielräume gemeinsam denken

Im anschliessenden Gespräch vertieften Prof. Dr. med. Undine Lang, Tanja Ringgenberg und Dr. Nicole Frank zentrale Gedanken des Vormittags. Unter Einbezug des Publikums diskutierten sie gemeinsam Handlungsspielräume und Möglichkeiten, wie Verbundenheit im beruflichen und persönlichen Alltag gestärkt werden kann.


Dabei wurde deutlich, dass beide Ebenen zusammenspielen müssen: Einerseits können Menschen ihre eigene Resilienz stärken und bewusst Ressourcen pflegen, die ihnen Halt geben. Andererseits tragen auch Betriebe und Organisationen Verantwortung dafür, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Gesundheit, Resilienz und soziale Verbundenheit fördern. Nur wenn diese Ebenen zusammenspielen, können Fachpersonen langfristig gesund und handlungsfähig bleiben.

 Podiumsdiskussion mit Tanja Ringgenberg und Prof. Dr. Undine Lang In der moderierten Gesprächsrunde wurden zentrale Erkenntnisse des Vormittags vertieft und gemeinsam reflektiert.

Podiumsdiskussion mit Tanja Ringgenberg und Prof. Dr. Undine Lang
In der moderierten Gesprächsrunde wurden zentrale Erkenntnisse des Vormittags vertieft und gemeinsam reflektiert.

Geschichten von der MusikSpitex

Vor der Mittagspause gab Mirjam Toews anhand verschiedener Beispiele Einblick in die Bedeutung und Wirkung von Musik für pflegebedürftige Menschen und Menschen am Lebensende. Musik vermag Erinnerungen wachzurufen, Emotionen anzusprechen und Momente echter Begegnung zu schaffen. Entscheidend sei dabei, dass die Musik zur jeweiligen Person und ihrer Lebensgeschichte passt. Ihre besondere Wirkung entfaltet Musik dann, wenn sie an persönliche Erinnerungen, Vorlieben und Erfahrungen anknüpft. Die Ausführungen wurden von Nejc Grm am Akkordeon musikalisch umrahmt.

Die Pausen und der gemeinsame Stehlunch boten den Teilnehmenden Gelegenheit, die Impulse des Symposiums weiterzudenken, miteinander ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen. Die informellen Begegnungen wurden rege genutzt, um Erfahrungen auszutauschen, Perspektiven zu teilen und neue Verbindungen entstehen zu lassen. Für die kulinarische Stärkung sorgte das Team des Restaurants Schützen Aarau.

Zwischen Leere und Freiheit: Die Suche von Personen mit Demenz

Am Nachmittag stellte Prof. Dr. Thomas Beer, Studiengangsleiter MSc Pflegewissenschaft an der Ostschweizer Fachhochschule, Ergebnisse eines Forschungsprojekts zu betreuungs- und begegnungsfreien Zeiten von Menschen mit Demenz vor. Die Untersuchungen zeigen, dass Menschen mit Demenz einen grossen Teil ihres Tages ohne direkte Betreuung verbringen. Diese Zeiten werden jedoch nicht ausschliesslich als Leere erlebt.


Auch wenn es von aussen nicht immer sichtbar ist, sind Menschen mit Demenz in diesen Zeiten durchaus aktiv. Die Forschung zeigte, dass diese Phasen häufig von einem Such-Handeln geprägt sind. Menschen mit Demenz suchen über soziale Kontakte nach Orientierung und Gewissheit. Dabei zeigen sich unterschiedliche Formen des Tätigseins: die Suche nach sozialen Kontakten, Warten und Abwarten, eigenständiges «Arbeiten» oder selbstbestimmtes Entspannen. Interessant ist, dass Menschen mit Demenz Orientierung und Gewissheit vor allem im Kontakt mit Fachpersonen suchen und weniger bei Mitpatient:innen oder Mitbewohnenden. Sie halten an vertrauten Routinen und Tätigkeiten fest, die ihrem Alltag Struktur und Sinn geben, oder gestalten Momente der Ruhe und Entspannung auf ihre eigene Weise.


Soziale Begegnungen erhalten dabei eine besondere Bedeutung. Menschen können allerdings körperlich anwesend sein, ohne wirklich präsent zu sein. Entscheidend ist jedoch nicht allein die Anwesenheit anderer Menschen, sondern sich wirklich auf das Gegenüber einzulassen.


Für die Pflege ergibt sich daraus die Frage, wie Menschen mit Demenz auch in betreuungs- und begegnungsfreien Zeiten Orientierung und soziale Verbundenheit erfahren können. Die Forschungsergebnisse verdeutlichen, wie wichtig echte Begegnungen und die aufmerksame Präsenz des Gegenübers sind.

Prof. Dr. Thomas Beer zeigte auf, wie Menschen mit Demenz betreuungsfreie Zeiten aktiv gestalten und dabei Orientierung und Gewissheit suchen.

Prof. Dr. Thomas Beer zeigte auf, wie Menschen mit Demenz betreuungsfreie Zeiten aktiv gestalten und dabei Orientierung und Gewissheit suchen.

Soziales Rezept – Einsamkeit erkennen, verstehen und wirksam begegnen

Dr. Alexandra Wirth, wissenschaftliche Projektleiterin in der Abteilung Strategie & Innovation der Careum Stiftung, und Thomas Pfluger, Co-Programmleiter des Vereins «connect!», stellten das Pilotprojekt «Soziales Rezept» aus Winterthur sowie die Arbeit des Vereins «connect!» vor. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass Einsamkeit und soziale Isolation die Gesundheit beeinträchtigen können und häufig nicht allein mit medizinischen oder pflegerischen Massnahmen begegnet werden kann.


Das Soziale Rezept verfolgt das Ziel, Einsamkeit entgegenzuwirken und Menschen wieder stärker mit ihrem sozialen Umfeld, mit Gemeinschaft und mit sinnstiftenden Aktivitäten in Verbindung zu bringen. Im Zentrum stehen die Bedürfnisse, Interessen und vorhandenen Ressourcen der betroffenen Person.
Im Rahmen des Projekts können Hausärztinnen und Hausärzte ein Soziales Rezept ausstellen. Sie vermitteln Betroffene entweder direkt an passende Angebote oder an speziell geschulte Fachpersonen, die gemeinsam mit ihnen geeignete Aktivitäten, Angebote und soziale Kontakte suchen. Dies fördert die soziale Teilhabe.


Der Verein «connect» setzt sich für die Prävention, Früherkennung und Unterstützung bei Einsamkeit ein und verfolgt dabei einen Ansatz, der Gesundheitswesen, Sozialbereich und Gemeinwesen miteinander verbindet. Ziel ist es, einsamkeitsgefährdete Menschen frühzeitig zu erreichen und gemeinsam mit Fachpersonen, Freiwilligen und lokalen Angeboten tragfähige Unterstützungsnetze aufzubauen.


Entscheidend ist in diesen Ansätzen, dass die Angebote lokal verankert und für die Betroffenen gut erreichbar sind. Nur wenn sie an die Lebenswelt der Menschen anknüpfen, können sie nachhaltig genutzt werden.


Die vorgestellten Ansätze machen deutlich, wie wichtig die Zusammenarbeit von Gesundheitswesen, Sozialbereich und Gemeinwesen ist, um soziale Teilhabe zu fördern.

Dr. Alexandra Wirth erläuterte das Pilotprojekt «Soziales Rezept», das Menschen dabei unterstützt, wieder stärker am sozialen Leben teilzuhaben.

Dr. Alexandra Wirth erläuterte das Pilotprojekt «Soziales Rezept», das Menschen dabei unterstützt, wieder stärker am sozialen Leben teilzuhaben.

Inseln der Leichtigkeit – Entlastung auf vielen Ebenen

Corinne Aeschlimann, Vermittlerin des Entlastungsdienstes Schweiz Aargau-Solothurn, zeigte auf, wie Angebote des Entlastungsdienstes Menschen mit Unterstützungsbedarf und ihre Angehörigen im Alltag entlasten können. Wenn Betreuung und Verantwortung viel Raum einnehmen, bleibt oft wenig Zeit für Erholung, soziale Teilhabe und die Pflege eigener Beziehungen.


Entlastung bedeutet dabei weit mehr als praktische Unterstützung. Sie schafft Freiräume für persönliche Bedürfnisse, soziale Kontakte und Erholung. Davon profitieren nicht nur betreuende Angehörige, sondern auch die begleiteten Menschen selbst. Entlastung kann dazu beitragen, dass Beziehungen erhalten bleiben und wieder Raum für Begegnungen entsteht.


Angehörige gewinnen Zeit für Beziehungen, Erholung und die Pflege des eigenen sozialen Netzes. Damit können solche Angebote Isolation vorbeugen und soziale Verbundenheit stärken. Gleichzeitig ermöglichen sie Menschen mit Unterstützungsbedarf weiterhin Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und Begegnungen ausserhalb des unmittelbaren Betreuungssettings.


Eine wichtige Rolle spielen dabei Vertrauen und Kontinuität. Feste Bezugspersonen können Sicherheit vermitteln und tragfähige Beziehungen entstehen lassen. So entstehen kleine Inseln der Leichtigkeit – für betreute Menschen ebenso wie für ihre Angehörigen.

Corinne Aeschlimann zeigte auf, wie Entlastungsangebote Freiräume für Erholung, soziale Kontakte und Verbundenheit schaffen können.

Corinne Aeschlimann zeigte auf, wie Entlastungsangebote Freiräume für Erholung, soziale Kontakte und Verbundenheit schaffen können.

Mein Ohr für Dich – einfach mal reden! Das erste Alltagstelefon in der Schweiz für Jung & Alt

Philippe Goetschel, Psychologe, Psychotherapeut FSP und Co-Projektleiter von «Mein Ohr für Dich», stellte das Alltagstelefon «Mein Ohr für Dich» vor. Im Zentrum seines Referats standen Haltungen, die auch im Pflegealltag von grosser Bedeutung sind: Wertschätzung, Empathie, Authentizität und aktives Zuhören.


Die freiwillig Engagierten führen keine Krisengespräche, sondern Gespräche auf Augenhöhe über Themen des Alltags. Gerade die Niederschwelligkeit des Angebots ist dabei zentral. Menschen können anrufen, ohne mit einem akuten Problem oder einer Krise konfrontiert zu sein. Es genügt das Bedürfnis nach einem Gespräch, nach Zuhören oder nach einem Moment echter Aufmerksamkeit.


Phillippe Goetschel betonte, dass nicht jedes Problem gelöst werden könne. Oft gehe es vielmehr darum, einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zu leisten: zuzuhören, Sicherheit zu vermitteln und Menschen darin zu unterstützen, ihre eigenen Ressourcen zu nutzen. Dabei sei es wichtig, die eigenen Grenzen und Kompetenzen zu kennen und nicht vorschnell Lösungen für andere übernehmen zu wollen. Im Zentrum stehe vielmehr die Hilfe zur Selbsthilfe.

Gerade im Umgang mit Einsamkeit könne bereits ein kleines Stück Aufmerksamkeit, echtes Zuhören und eine Begegnung auf Augenhöhe einen Unterschied machen. Die vorgestellten Haltungen lassen sich nicht nur am Telefon, sondern auch im Pflegealltag anwenden und können dazu beitragen, Menschen in ihrer Selbstwirksamkeit und ihren vorhandenen Ressourcen zu stärken.


Philippe Goetschel machte deutlich, wie wertvoll echtes Zuhören, Begegnungen auf Augenhöhe und Hilfe zur Selbsthilfe im Umgang mit Einsamkeit sein können.

Philippe Goetschel machte deutlich, wie wertvoll echtes Zuhören, Begegnungen auf Augenhöhe und Hilfe zur Selbsthilfe im Umgang mit Einsamkeit sein können.

Geschichten teilen, Nähe schaffen

Vanda Mathis, Psychologin und Co-Geschäftsführerin des Netzwerks Erzählcafé Schweiz, stellte das Konzept der Erzählcafés vor. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht Beratung oder Therapie, sondern das Teilen persönlicher Erfahrungen und das aufmerksame Zuhören: Erzählen ist freiwillig, Zuhören Pflicht.


Gerade dieses bewusste Zuhören eröffnet Räume, in denen Menschen sich gehört und gesehen fühlen können. Dabei geht es nicht um oberflächliches Plaudern, sondern um das Teilen persönlicher Erfahrungen zu Themen, die für alle anschlussfähig sind. Oft entstehen aus scheinbar alltäglichen Themen überraschend tiefe Geschichten, die geteilt werden können. Dadurch können Nähe, Verständnis und neue Verbindungen entstehen.


Ein Erzählcafé folgt dabei einem klaren Rahmen. Eine Moderation unterstützt den Erzählfluss, sorgt für die Einhaltung der Regeln und hält den Rahmen. In einem vertraulichen Rahmen werden persönliche Erfahrungen geteilt, ohne bewertet oder kommentiert zu werden. Im Anschluss bietet ein gemeinsamer Kaffee oder Apéro Raum für weitere Begegnungen.


Anhand verschiedener Beispiele zeigte Vanda Mathis auf, wie Elemente von Erzählcafés auch in Spitex, Spitälern oder Pflegeheimen genutzt werden können. Gerade in einem Pflegealltag, der häufig von Zeitdruck und funktionalen Abläufen geprägt ist, können solche Gesprächsformen Räume für persönliche Erfahrungen, Zuhören und soziale Teilhabe öffnen. Denn Gemeinschaft entsteht nicht allein dadurch, dass Menschen am gleichen Ort sind. Sie entsteht dort, wo Erfahrungen geteilt werden und echtes Interesse am Gegenüber vorhanden ist.

Vanda Mathis zeigte, wie Erzählen und aufmerksames Zuhören Nähe schaffen und Menschen miteinander verbinden können.

Vanda Mathis zeigte, wie Erzählen und aufmerksames Zuhören Nähe schaffen und Menschen miteinander verbinden können.

Gemeinsame Integration: Was bleibt, verbindet und stärkt

Zum Abschluss griff Dr. Nicole Frank zentrale Gedanken des Symposiums auf. Viele der Beiträge hatten gezeigt, wie bedeutsam Präsenz, echtes Interesse, Nachfragen und aktives Zuhören für gelingende Begegnungen sind. Gleichzeitig erinnerte sie daran, auch sich selbst mit Mitgefühl zu begegnen und nicht Perfektion anzustreben.


Zum Abschluss wurden die Teilnehmenden eingeladen, ihre wichtigsten Erkenntnisse festzuhalten. In den entstandenen Wortwolken spiegelten sich viele der Themen des Tages wider: Präsenz, aktives Zuhören, Nachfragen, Offenheit, Vertrauen und Wertschätzung ebenso wie Selbstfürsorge, Humor, Leichtigkeit und Verbundenheit. Die Rückmeldungen zeigten, dass insbesondere die kleinen Gesten echter Aufmerksamkeit und Begegnung als zentrale Impulse in Erinnerung blieben.


Verbundenheit beginne oft mit kleinen Gesten der Aufmerksamkeit - gegenüber anderen Menschen, aber auch gegenüber sich selbst. Auch die Musik, die das Symposium durch den Tag begleitet hatte, wurde nochmals als verbindendes Element hervorgehoben.

Verabschiedung

Zum Abschluss dankte Johnsua König herzlich den Referierenden sowie den Medienpartnern Clinicum und Hogrefe. Ein besonderer Dank galt zudem dem Organisationsteam von Careum Weiterbildung um Béatrice Amstutz, Alexandra Caflisch, Beatrice Gasser und Andrea Ratzinger sowie allen Mitarbeitenden von Careum Weiterbildung, dem Fotografen Tim Wettstein, den Technikern Johannes König, Patrick Hasenfratz, dem Team des Kultur- und Kongresshauses Aarau, der Moderatorin Dr. Nicole Frank sowie dem Catering-Team des Restaurants Schützen Aarau. Nicht zuletzt richtete er seinen Dank an die Teilnehmenden, die diesen Tag mit ihrem Engagement mitgestaltet hatten.


Anschliessend gab Johnsua König einen Ausblick auf kommende Veranstaltungen von Careum Weiterbildung. So steht die Führungstagung vom 15. September 2026 unter dem Motto «Mit Hoffnung Zukunft gestalten». Zudem wurde bereits auf das Jubiläum des Careum Pflegesymposiums hingewiesen, das am 15. Juni 2027 sein zehnjähriges Bestehen feiert. Darüber hinaus machte er darauf aufmerksam, dass sämtliche Weiterbildungsangebote von Careum Weiterbildung auch als Inhouse-Angebote für Organisationen gebucht werden können.


Mit einem Glas Honig als Give-away verabschiedete Careum Weiterbildung die Teilnehmenden mit dem Wunsch, mit sich selbst und mit anderen in Verbindung zu bleiben. Das Geschenk griff zugleich das Veranstaltungssujet der Bienen auf: Wie in einem Bienenstock gelingt auch im menschlichen Miteinander vieles nur gemeinsam. Eine passende Erinnerung an die zentrale Botschaft des Symposiums: Verbundenheit trägt und Gemeinschaft stärkt.

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